„Staunen – über die Stendaler Astronomische Uhr in Marien“,

so lautet das Motto vom GV in diesem Jahr. Die Astronomische Uhr, nach den bisherigen Annahmen, aus dem 16. Jh., gehört zur regional einzigartigen und wertvollen Ausstattung der Marienkirche und ist von bedeutendem kunstgeschichtlichem Rang. Die Uhrscheibe zeigt zweimal die Ziffernfolge I bis XII in gotischen Minuskeln und stellt die Tierkreiszeichen sowie 4 Gelehrte mit Schriftbändern in Latein dar. Im Zentrum der Uhrscheibe ist die Sonnen – u. Mondphasenscheibe zu bestaunen. Die Uhr befindet sich an der Westwand des Mittelschiffes, unter der Orgelempore und ist eine der wenigen gangbaren Uhren in Stadtkirchen und somit von herausragender denkmalkonstituierender Bedeutung.
Dank der Goldschmiedemeister Oscar & Detlef Roever, wurde die Uhr in den 1970er-Jahren in Stand gesetzt und wird bis heute von Detlef Roever liebevoll betreut. Im letzten Jahr gab es verschiedene gemeinsame restauratorische Voruntersuchungen, auf welchen jetzt die Restaurierungsmaßnahmen basieren. Am 12. Mai ist der Beginn der Restaurierungsarbeiten und der wissenschaftlichen Untersuchungen. Zunächst baut Frau Dipl.-Rest. Christina Neubacher gemeinsam mit Herrn Roever die inneren Metallscheiben aus, dann erfolgt die Reinigung, Korrosionsschutz und Konservierung in der Leipziger Werkstatt. Parallel laufen die wissenschaftlichen Untersuchungen durch die Hochschule für Bildende Künste Dresden, mit Infrarot – und Röntgenstrahlen und einer dendrochronologischen Untersuchung. Der Restaurator Andreas Mieth, der bereits den Altar saniert hat, wird hier die wissenschaftliche Begleitung und auch die Restaurierung der Malerei an der Astronomischen Uhr vornehmen. Damit die Astronomische Uhr mehr Aufmerksamkeit bekommt, ist auch ein neues denkmalverträgliches Beleuchtungskonzept geplant.

Zum Kirchweihtag hoffen wir, dass die Restaurierungsmaßnahmen abgeschlossen sind und die Ergebnisse bis zum Herbst vorliegen. Derzeit ist als Datierung der Uhr beim Tierkreiszeichen Löwen, die Jahreszahl 1552 zu erkennen. Bereits Johan Christoph Beckmann (1641 – 1717) wusste zu berichten, dass eine Turmuhr die Astronomische Uhr angetrieben hat. Urkundlich belegt ist dazu, das Vorhandensein der Turmuhr bereits seit 1458 (Kuhs 1998). Auch der international anerkannte Uhrenexperte Prof. Schukowski(†), sah auffällige Analogien zu älteren Uhren aus der Werkstatt Nikolaus Lilienfelds (1396). Vielleicht gelingt es, mit den wissenschaftlichen Untersuchungen eine ältere Datierung der Uhr nachzuweisen.
Der GV möchte mit diesem Vorhaben auch die kulturelle und historische Wissensvermittlung weiter voranbringen.
Gefördert wird die Maßnahme mit Mitteln der Europäischen Union, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, der Kreissparkasse Stendal und Eigenmitteln.
Gern können Sie uns unterstützen, indem Sie im Olivenbaum die Schokolade mit der Astronomischen Uhr bzw. die Halsschmuckkette mit der Astronomischen Uhr erwerben bzw. spenden unter GV: DE IBAN 3881 0505 5530 1001 6580

Bärbel Hornemann